Wie wirkt Hypnose im Gehirn? Neurowissenschaftliche Erkenntnisse
Die Trance ist messbar
Lange galt Hypnose als schwer fassbar. Heute lässt sich der hypnotische Zustand mit bildgebenden Verfahren nachweisen. Funktionsuntersuchungen zeigen, dass sich während der Trance die Aktivität in bestimmten Hirnnetzwerken charakteristisch verändert – Hypnose ist also kein Mythos, sondern ein realer Zustand.
Veränderte Aktivität im Aufmerksamkeitssystem
Im hypnotischen Zustand verschiebt sich die Balance zwischen kontrollierter, analytischer Aufmerksamkeit und einem zustandsoffenen, erlebnisnahen Modus. Das sogenannte Default-Mode-Netzwerk, das für Selbstbezogenheit und Tagträumen zuständig ist, arbeitet mit den Aufmerksamkeitsnetzwerken anders zusammen als im Wachzustand.
Dadurch werden innere Bilder und Suggestionen intensiver erlebt, während die kritische Prüfung durch das Bewusstsein reduziert ist. Das erklärt, warum Suggestionen in der Trance tiefer wirken können als im normalen Wachzustand.
Körper und Entspannung
Gleichzeitig aktiviert Hypnose das parasympathische Nervensystem – den Gegenspieler von Stress. Puls, Blutdruck und Muskelspannung sinken, die Hirnwellen verlangsamen sich in Richtung Alpha- und Theta-Bereich. Dieser Zustand tiefer Entspannung ist auch der Grund, warum sich viele Menschen nach einer Sitzung erholt und erfrischt fühlen.
Schmerzverarbeitung unter Hypnose
Besonders gut untersucht ist die Wirkung von Hypnose auf die Schmerzverarbeitung. Studien zeigen, dass unter Trance die Aktivität in Hirnarealen vermindert ist, die dem bewussten Schmerzempfinden zugeordnet werden. Der Reiz wird zwar oft noch registriert, die gefühlsmässige Bewertung als bedrohlich oder quälend verändert sich.
Deshalb wird Hypnose zunehmend als ergänzender Ansatz in der Schmerztherapie eingesetzt – von chronischen Rückenschmerzen bis zu Migräne.
Was das für die Praxis bedeutet
Die neurobiologischen Befunde untermauern, was erfahrene Therapeuten seit Langem beobachten: Hypnose ist eine tiefe, wirksame und nebenwirkungsarme Methode. Sie ersetzt jedoch keine medizinische Diagnostik und wirkt am besten, wenn die Klientin oder der Klient die Veränderung aktiv mittragen möchte.
Fragen zu diesem Thema?
Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch in meiner Praxis in Basel.
Termin vereinbaren